
Der U880 ist ein Nachbau des weit verbreiteten 8Bit-Mikrocontrollers Zilog Z80. Produziert wurde er in Erfurt, im VEB Mikroelektronik Karl Marx. Hier handelt es sich um einen UB880. Das B steht für die Sortierung, die mit bis zu 2,5MHz betrieben werden kann. Ein A an dieser Stelle erlaubt bis zu 4MHz. Der Betriebstemperaturbereich reicht von 0°C bis 70°C. Parallel dazu ermöglichte die Variante VB880 einen Betrieb zwischen -25°C und 80°C mit 2,5MHz. Die Zeichenfolge T3 kennzeichnet eine Produktion im ersten Quartal des Jahres 1985.
Die Abmessungen des Dies betragen 4,9mm x 4,7mm. Online finden sich zwei kleinere Designs des U880, die offenbar später entstanden. Die Strukturen ähneln sehr stark dem Zilog Z80. Oberflächlich betrachtet finden sich nur Unterschiede, die wahrscheinlich nicht funktional sind. Wie damals üblich hatte man die Schaltung genau analysiert. Dabei wurden auch logische Fehler identifiziert. Teilweise hat man diese aber nicht korrigiert, um eine maximale Kompatibilität mit dem Z80 zu halten.
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Der U880 basiert auf einem NMOS-Prozess mit Polysilizium-Gateelektroden. An der unteren Kante sind sechs Masken erkennbar. A definiert die aktiven Bereiche. B realisiert die Polysiliziumlage. C erzeugt die Kontakte zur Metalllage. D bildet die Metalllage ab und E schafft über den Bondpads Öffnungen in der Passivierungsschicht. Die kaum erkennbare F-Maske erzeugt sogenannte "F-Kontakte". Es handelt sich dabei um Kontakte, die eine direkte Verbindung zwischen Polysiliziumlage und aktiven Bereichen erlaubt. Die Platzierung entspricht der Abfolge der Prozessschritte. Der Buchstabe F ergab sich, weil die F-Kontakte in diesem Herstellungsprozesses nicht von Anfang an verfügbar waren.
Die Zahlen könnten Revisionen der Masken darstellen. Die geometrischen Formen im unteren Bereich ermöglichen es die Abbildungsleistung der einzelnen Prozessschritte zu bewerten.

Hier sind drei der beschriebenen F-Kontakte zu sehen, gefolgt von einem gewöhnlichen Kontakt zwischen der Metalllage und dem aktiven Bereich.

In der rechten unteren Ecke befinden sich Teststrukturen, die aufzeigen, wie genau die Masken zueinander ausgerichtet waren. Die Abstände der Streifen in den Zeilen sind leicht unterschiedlich, so dass man eine Verschiebung sehr einfach daran ablesen kann, wo sich die Streifen von zwei Zeilen exakt gegenüberstehen.
Die Polysiliziumlage liegt exakt über den aktiven Bereichen. Das ist die kritischste Größe, da sie direkt die Eigenschaften der Transistoren beeinflusst. Die Kontakte sind demgegenüber deutlich nach rechts verschoben. Die Metalllage ist gegenüber den Kontakten ebenfalls ein Stück weit nach rechts verschoben. Betrachtet man das obige Bild mit den F-Kontakten, so ist diese Verschiebung beim rechten Metallkontakt gut zu erkennen.

Hier ist die schnellere Sortierung UA880 zu sehen. U3 verweist auf eine Produktion im ersten Quartal 1986.
Die Abmessungen des Dies betragen 4,9mm x 4,7mm. Es handelt sich um exakt das gleiche Design wie im ersten hier dokumentierten U880.
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