Richi´s Lab

MCS7529 MOS Technology

MCS7529

Der MCS7529 ist ein Taschenrechner-Controller der Firma MOS Technology. Er enthält alle für einen Taschenrechner notwendigen Funktionen. Dieses Bauteil stammt aus dem Jahr 1975. Ein Datenblatt existiert leider nicht.

 

MCS7529 Die

Der Metalldeckel wurde auf das Keramikgehäuse geklebt, nicht gelötet.

 

MCS7529 Die

Zwei Funktionsblöcke des Dies lassen sich auf Grund ihrer großen, gleichmäßigen Struktur relativ gut erkennen.
Der große Block an der unteren Kante stellt einen maskenprogrammierten Speicher dar, der höchstwahrscheinlich die einzelnen Rechenbefehle in die notwendigen Steuersignale für die Recheneinheit und ihre Peripherie umwandelt. Soll zum Beispiel eine Addition erfolgen, so wird die zugehörige Zeile aufgerufen und der Speicher gibt über seine parallelen Datenleitungen die gespeicherten Logikpegel aus. Die Datenleitungen sind an die verschiedenen Funktionsblöcke des Controllers angebunden und aktivieren so die Gatter die notwendig sind, um die gewünschte Addition durchzuführen.
An der oberen Kante befindet sich ein weiterer gleichmäßig strukturierter Block. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die Register, in denen Zwischenergebnisse abgelegt werden können.

 

MCS7529 Die Detail

MCS7529 Die Detail

Die Beschriftung des Dies weist den Controller eindeutig als 7529 von MOS Technology aus. Das B steht vermutlich für eine zweite Revision.
Die Zeichen 7529 sind anscheinend in allen Masken abgebildet. Nur beim B fehlt die Maske, für die Bondpads.

 

MCS7529 Die Detail

Die Zahlenfolge 014 ist sowohl auf dem Metalldeckel des Packages als auch auf dem Die abgebildet. Es könnte sich dabei um die Bezeichnung eines Fertigungsprozesses oder einer Fertigungslinie handeln.

 

MCS7529 Die Detail

Für die Herstellung waren anscheinend fünf Masken ausreichend. Wahrscheinlich handelt es sich um einen für diese Zeit üblichen NMOS-Prozess.

 

MCS7529 Die Bond

Nicht alle Bonddrähte sind sauber auf ihren Pads platziert.

 

MCS7529 Die Detail

Links des Masken-ROMs ist die Zeilenauswahl zu erkennen. Von oben treffen sechs kurze Leitungen ein, die sich in sechs Leitungspaare aufspalten und an der Seite des ROMs entlang geführt sind. Die sechs Leitungspaare steuern in der Spalte verteilte Transistoren. Die von links nach rechts immer feingranularere Aufteilung ermöglicht es über die ursprünglich sechs Leitungen alle 64 Zeilen auszuwählen. Die gespeicherten Informationen werden dann nach oben ausgegeben.

 

MCS7529 Die Detail

Im Detail kann man die einzelnen Transistoren erkennen, deren Verteilung den gespeicherten Informationen entspricht. Die Umrisse in der Metalllage entstehen durch Bereiche, in denen sich statt dem dicken Fieldoxid nur ein dünnes Gateoxid befindet. An diesen Stellen kann das Potential der Metalllage die darunter liegenden Strukturen beeinflussen. Es bildet sich ein Transistor. In der unteren Ebene sind vertikale Leitungen platziert, die abhängig vom Potential der darüber liegenden Metallleitung miteinander verbunden werden. Wie ein derartiger Speicher im Detail funktioniert, ist im Rahmen des U821 FWE genauer erläutert.

 

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