Richi´s Lab

Decapping Epoxidgehäuse - DMSO

Dimethylsulfoxid

Dimethylsulfoxid (DSMO) ist ein Lösungsmittel, das bei hohen Temperaturen in der Lage ist Epoxid aufzulösen. Es ist leicht beschaffbar, da es auch für medizinische Zwecke verwendet wird. DMSO ist zwar ungiftig, erleichtert aber die Aufnahme von anderen Stoffen über die Haut. Beim Hantieren mit Stoffgemischen muss man entsprechend vorsichtig sein. DMSO erstarrt knapp unter Raumtemperatur. Man sollte es nicht zu kalt lagern, wenn man es ohne längere Vorlaufzeit verwenden will. Zum Auflösen von Epoxid werden hohe Temperaturen benötigt. Dabei ist zu beachten, dass sich DMSO bei 189°C zersetzt, was explosionsartig erfolgen kann. In Anwesenheit bestimmter Stoffe reduziert sich die Zersetzungstemperatur deutlich.

 

Heizer

Heizer

230V-PTC-Elemente sind günstig zu erwerben und bieten ein gewisses Maß an Sicherheit, da ihre maximale Temperatur begrenzt ist. Das hier verwendete PTC-Element regelt mit bis zu 80W eine Temperatur von 150°C ein. Schrauben stellen als Abstandshalter eine thermische Entkopplung vom Untergrund dar.

Die Metallwanne ist groß genug, um später auch größere Bauteile aufnehmen zu können, aber gleichzeitig nicht größer als notwendig, um mit möglichst wenig DMSO auskommen zu können.

 

DMSO Decapping

Eine Wärmebildkamera gibt die Temperatur des DMSO-Bads mit ungefähr 112°C an.

 

DMSO Decapping

Ein SO-8 und ein DIL-8 Gehäuse wurden zwei Stunden dem heißen DMSO-Bad ausgesetzt. Der Epoxidverguss zeigt nach dieser Behandlung keinerlei Änderung. Nicht einmal ein Anlösen der Oberfläche ist erkennbar.

Wahrscheinlich müsste man die Einwirkdauer und vielleicht auch die Temperatur erhöhen. Die Qualität der so herausgearbeiteten Dies wäre vermutlich etwas besser und der Ablauf prozesssichere. Bei höheren Stückzahlen ist der sehr viel höhere Aufwand im Vergleich zum Decapping mit dem Brennofen aber nicht tragbar. Nach der kurzen Aufheizphase des Brennofens beträgt die durchschnittliche Durchlaufzeit zwei Minuten. Im DMSO-Bad wären es wohl eher vier oder mehr Stunden. Gleichzeitig will man ein Lösungsmittel, das zu explosiver Zersetzung neigt, nicht unbedingt unbeaufsichtigt auf einer Heizplatte stehen lassen.

 

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