Richi´s Lab

HFO C565

C565

Der C565 ist ein 12Bit-Digital-Analog-Wandler aus dem Halbleiterwerk Frankfurt Oder. Es handelt sich um einen Nachbau des AD565 von Analog Devices. Ein interessanter Punkt im Datenblatt des C565 ist die Beschreibung der Referenzspannungsquelle als "temperaturkompensierte Z-Dioden-Referenzspannungserzeugung". Man kann daraus folgern, dass beim C565 im Gegensatz zum AD565 keine buried Z-Diode zum Einsatz kam. Eine hochwertigere vergrabene Z-Diode wird meist eigens erwähnt. Der aktive Bereich normaler Z-Dioden befindet sich an der Oberfläche des Halbleiters, wodurch er stärkeren Alterungseffekten unterliegt und die anliegende Spannung in einem größeren Bereich driftet.

Das Datenblatt des C565 beschreibt zusätzlich den C5650, der mit 10Bit eine etwas geringere Auflösung bietet und dessen interne Referenzspannung etwas schlechter spezifiziert ist. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die gleichen Bausteine handelt und die schlechtere Sortierung als 10Bit-Digital-Analog-Wandler vertrieben wurde.

Die Codierung W7 weist als Herstellungszeitraum den Juli 1988 aus.

 

C565 Package

Da bei der Öffnung dieses Gehäuses mit zusätzlichem Lötzinn experimentiert wurde, befindet sich auch etwas Lötzinn im Gehäuse.

Der Aufbau gleicht fast exakt dem AD565, es fehlt lediglich die Anbindung der unteren leitenden Beschichtung an das negative Versorgungspotential. Vermutlich sah man die Verbindung durch das Substrat als ausreichend an.

 

C565 Die

Es ist deutlich zu erkennen, dass der C565 ein exakter Nachbau des AD565 ist. Die Anordnung der Funktionsblöcke ist absolut gleich und auch der Aufbau der einzelnen Funktionsblöcke wurde kaum geändert. Viele Strukturen wurden komplett übernommen.

An der oberen Kante, wo die digitale Schnittstelle platziert ist, befinden sich neun Quadrate, die als Vorhalt für Bondpads gedient haben könnten. Welchen Zweck zusätzliche Bondpads an dieser Stelle erfüllen könnten bleibt unklar.

 

C565 Die Abgleich und Maskensatz

Die Masken wurden anscheinend mit Buchstaben markiert. Sichtbar sind die Masken A, C, D, F, H, I und S. Die grüne Zahl 2 gehört der Farbe nach zu urteilen zu einer achten Maske, der hier allerdings kein Buchstabe, sondern nur ein undefinierbares Symbol zugeordnet wurde. Anscheinend mussten die Entwickler ausgehend vom ersten Entwurf nur zwei Masken überarbeiten. Auf Teststrukturen wurde verzichtet.
Die Zeichenfolge 02C 565 könnte die interne Bezeichnung des C565 darstellen.

Die Spuren des Laserabgleichs sind etwas weniger fein strukturiert als beim AD565.

 

C565 Die buried zener

Die Z-Diode, auf der die Referenzspannungsquelle des C565 basiert, scheint sehr einfach strukturiert zu sein. Wie alle anderen Bauteile befindet sich auch die Z-Diode innerhalb einer erhabenen Isolationsbarriere. Im Inneren der Barriere sind nur zwei Bereiche zu erkennen. Die einzigen Unebenheiten können den Kontaktierungen der Metalllage zugeordnet werden. Die einfache Struktur spricht dafür, dass im C565 keine buried Z-Diode wie beim AD565 zum Einsatz kam, sondern eine normale Z-Diode ausreichen musste. Da die Strukturen einer buried Z-Diode komplexer sind, verwundert es nicht, dass man darauf verzichten wollte oder musste.

 

zurück