

Der ICL7106 ist ein ursprünglich von Intersil entwickelter Analog-Digital-Wandler, der auf den Einsatz in direkt anzeigenden Messsystemen optimiert ist. Dafür wurde eine Ansteuerung für ein Display mit 3,5 Stellen integriert. Der ICL7106 ist auf ein LCD ausgelegt. Will man ein LED-Display verwenden, so kann man auf den ICL7107 zurückgreifen. Die obige Werbeanzeige stammt aus dem Jahr 1977. Der ICL7106 wird aber auch heute noch hergestellt.

Das Datenblatt zeigt wie der der ICL7106 zu verschalten ist. Abgesehen von der anwendungsspezifischen Eingangsbeschaltung benötigt der Baustein nur wenig zusätzliche Bauteile.

Das Datenblatt enthält außerdem ein Blockschaltbild, das zeigt wie die Analog-Digital-Wandlung erfolgt. Der ADC arbeitet nach dem Verfahren der Doppel-Flanken-Integration, wie es im Rahmen des C500 genauer beschrieben ist. Auf die Digitalwandlung folgt der Digitalteil mit Oszillator, Zähler und den notwendigen Teilern für die Anzeige des Messwerts.
Die Abmessungen des Dies betragen 3,7mm x 3,2mm. Der linke Teil des Dies enthält die analogen Schaltungsteile. Im unteren Bereich befinden sich die vielen Analogschalter. Die Schaltung in der linken oberen Ecke und die dortigen großen Elemente bilden die Operationsverstärker. Der Rest ist digitale Schaltungstechnik.
Dieses Bild ist auch in einer höheren Auflösung verfügbar: 98MB

In der unteren linken Ecke des Dies sind die Revisionen von sieben Masken abgebildet. Die Metalllage enthält die Zeichenfolge ICM7106. Unter der Zahl 6 befindet sich in einer tieferen Ebene die Zahl 7. Offenbar basieren der ICL7106 und der ICL7107 auf dem gleichen Grunddesign und sie unterscheiden sich nur in der Metalllage.
Die Bedeutung der Zeichenfolge MEGA J bleibt unklar. Das Symbol unter dem Copyright-Zeichen lässt sich ebenfalls nicht einer Bedeutung zuordnen. Es könnte sich um die Zahl 1 handeln.

Mittig hat man einige Kreuze integriert, die es erlauben die Ausrichtung der Masken zueinander zu überprüfen.

Auf einigen Schaltungsteilen fehlen die Leitungen der Metalllage. Wahrscheinlich handelt es sich dabei teilweise um Bereiche, die im ICL7107 genutzt werden. Insgesamt scheinen aber mehr Schaltungsteile vorgehalten worden zu sein, als für die Variante ICL7107 notwendig sein sollten. Es finden sich Hinweise, dass der ICL7106 mit Fluke für das Fluke 8020A entwickelt wurde und Intersil für das selbst vermarktete Produkt die automatische Bereichsumschaltung deaktivieren musste: https://www.allaboutcircuits.com/news/intersil-icl7106-07-the-40-pin-dip-that-built-a-million-multimeters/ Vielleicht handelt es sich um diese Schaltungsteile.

Die Analogschalter bestehen immer aus einer Parallelschaltung eines NMOS- und eines PMOS-Transistors.

Neben den eher gewöhnlichen NMOS-Transistoren (links) sind im Bereich der Operationsverstärker auch überraschend große, quadratische PMOS-Transistoren zu finden.