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Mikroelektronika Botevgrad CM602

CM602

Der CM602 ist ein sogenannter Peripheral Interface Adapter, über den zwei Peripherie-Geräte, zum Beispiel eine Tastatur und ein Joystick, an einen Mikroprozessor angebunden werden können. Der CM602 entspricht funktional dem MC6821.

Dieses Bauteil wurde 1986 gefertigt.

 

CM602 Die

CM602 Die

Die Abmessungen des Dies betragen 2,92mm x 2,72mm.

Die Energieversorgung der Schaltungsteile ist deutlich zu erkennen. An der linken Kante kontaktiert das Massepotential das äußere Quadrat, das für eine niederohmige Verteilung sorgt. Fast zu jedem Ausgangstreiber führt eine eigene Leitungen. Im oberen Bereich garantiert ein breiter Metallstreifen die sichere Versorgung der inneren Logik.
An der rechten Kante befindet sich das Bondpad des Versorgungspotentials. Von dort aus führt eine Leitung zu den Endstufen an der oberen Kante. Eine breitere Leitung verbindet das Bondpad mit den Endstufen im unteren Bereich. Von dort führen wiederum mehrere Stichleitungen zur inneren Logik.

 

CM602 Die Detail

An der unteren Kante wurde die Bezeichnung CM602AD abgebildet.

 

CM602 Die Detail

An der unteren Kante sind außerdem zwei Teststrukturen integriert. Zwischen den Testpads befinden sich insgesamt fünf geometrisch unterschiedliche Transistoren, deren Eigenschaften sich so vermessen lassen.

In der Mitte jeder Kante des Dies sind zwei Strukturen abgebildet, die vermutlich das Ausrichten der Masken erleichtern sollten.

Auf die Testrukturen folgen nach rechts sechs Kreuze, die es vermutlich ermöglichten die Qualität der Prozessschritte optisch zu prüfen.

 

CM602 Die Detail

In der rechten unteren Ecke sind die Buchstaben B2D abgebildet, die sich nicht weiter zuordnen lassen. Daneben befinden sich sechs Maskenbezeichnungen und weitere Teststrukturen, die allerdings nicht kontaktierbar sind. Vielleicht sollten diese Teststrukturen die Abbildungsleistung der Prozesse bewertbar machen.

 

CM602 Die Detail

Die einzelnen Strukturen, hier die Push-Pull-Endstufen, lassen sich noch relativ gut auflösen. Die minimale Strukturbreite scheint bei 5µm zu liegen.

 

MC6821 Blockschaltbild

Das Datenblatt des MC6821 beinhaltet ein Blockschaltbild. Man kann davon ausgehen, dass der CM602 auf dieser Abstraktionsebene gleich aufgebaut ist.

 

CM602 Die Analyse

Die großen Strukturen sind relativ leicht zu erkennen. Das Blockschaltbild vereinfacht die Zuordnung der Schnittstellen weiter. An der oberen Kante befindet sich die Schnittstelle zum Mikroprozessor (rot). Jedem Bondpad ist eine Endstufe zugeordnet. Im unteren Bereich sind die beiden Peripherie-Schnittstellen platziert. Die Schnittstelle A (grün) arbeitet mit Open-Drain-Endstufen, die entsprechend kleiner sind als die Endstufen der Schnittstelle B (blau), die Push-Pull-Endstufen beinhaltet. Jede dieser beiden Schnittstellen bietet zwei Anschlüsse, die dem Interrupt-Handling dienen (blau und grau). Die Steuerungsanschlüsse (gelb) und die Interruptausgänge (lila) befinden sich rechts und links der roten Datenschnittstelle zum Mikroprozessor.

Bereits bei einer oberflächlichen Betrachtung ist zu erkennen, dass die Steuerungssignale von rechts und links in den gleichmäßiger strukturierten, mittigen Bereich eingreifen. Der symmetrische Aufbau dürfte die Register zur Zwischenspeicherung der Daten enthalten.

 

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